Freitag, 5. Oktober 2012

Oh Freude...

... über Freude singe ich zwar erst in zwei Monaten;

 indes ist ein Joy eingezogen, 
um mit mir durch die Lande zu ziehen.

Eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte. Das Joy hatte schon einmal die Besitzerin gewechselt: 
Beide Vor-Damen kamen nicht mit ihm zurecht.

Dabei ist es zärtlich, leise und willig und frisst mir vom ersten Moment aus der Hand.
Wir haben uns sehr schnell angefreundet. Nun ist es nicht schlecht, wenn Frauchen weiß, wo und warum welches Teil wie gestellt werden muss: Räder, die ich benutze, sollten gut einstellbar sein und eine große Variationsbreite haben. 
Ich habe jetzt auch schon mal eine Antiquität gefüllt, das wäre mir auf die Dauer jedoch zu anstrengend. 





Und ich denke daran zurück, wie lange und beschwerlich mein Umstieg vom Delft auf das Kiwi war. 


Alles braucht seine Zeit . 


Nur weil ich am Delft von Wernekinck Fasern zu Fäden drehen konnte, war ich ja noch lange keine kompetente Spinnerin.

Das Kiwi mit Doppeltritt und zwei Übersetzungen brachte hässliche Schnüre hervor. 
Falsch, ich war noch nicht warm mit dem Rad. 
Und das dauerte sehr lange, zumal ich mit der Zeit auf sechs Übersetzungsmöglichkeiten aufgestockt habe.

Seit 2010 übe ich mich im langen Auszug. Auch das Zwirnen  gehe ich heute mit mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit an. Letztlich die Nachbehandlung durch das Waschen bringt mir ganz andere Spinnergebnisse als 2006.
Und ich teile gerne meine Erfahrungen mit Wissbegierigen, so wie ich ja auch dadurch lerne, dass ich frage oder gucke.

Spinnern, die das nicht tun, sondern sich lediglich beklagen, dass das Rad nicht mehr hergibt, widme ich ungern Zeit: Wenn kein Wunsch ersichtlich ist , dazu zu lernen und das, was ich mir mühsam aus dem Hirn winde, um gute Erklärungen zu finden, nicht aufgenommen wird...


Ich bin nun dankbar über das "Schnäppchen", das ich mit dem Joy gemacht habe.
 Ich hätte es nicht , wäre der Neupreis fällig gewesen. 
LG 

und vielleicht sehen wir uns morgen in Lügde im Heimatmuseum?


Sabine


Kommentare:

  1. Hallo Sabine, irgendwie erinnert mich Deine Erzählung an meine Spinnanfänge. Ich habe direkt auf dem Spinnrad angefangen und als ich von einem alten Willy auf das Sonata umgestiegen bin, da dachte ich, ich könnte spinnen. *gacker* Dabei habe ich nicht gesponnen, sondern konsumiert. Kammzug kaufen, Rad treten und wehe der Kammzug war nicht so fluffig, daß die Fasern ohne Probleme auszuziehen waren. Faser vorbereiten? Wie bitte? Muß frau das? Dann habe ich mich beim Spinnen zu Tode gelangweilt.
    Zwei Jahre später habe ich meine ersten Versuche mit der Handspindel gemacht und plötzlich war der Knoten geplatzt. Einmal richtig die Faser genießen und ordentlich auseinanderzupfen und vorbereiten, damit der Faden sich schön sauber ziehen läßt. Plötzlich waren leicht angefilzte handgefärbte Fasern kein Problem mehr. Ich habe sie liebevoll auseinandergezogen und sauber gesponnen bekommen. Dann habe ich plötzlich den langen Auszug auf dem Spinnrad bewältigen können und das war noch einmal ein ganz neues Spinnerlebnis.....
    Ich würde immer noch nicht behaupten, daß ich gut spinne. Einiges kann ich jetzt,aber vieles noch nicht. Ich bin gespannt, was dieses Hobby (eher ist es eine Berufung) noch für wundervolle "Aha-Erlebnisse" für mich bereit hält.

    Jetzt besorge ich mir in jedem Jahr zur Schurzeit ein wenig Rohwolle. Nicht mehr als ein Kilo, weil ich weiß, daß ich nicht mehr bewältigen kann und möchte. Das mache ich, um auf der Erde zu bleiben und mich daran zu erinnern, wer mir im Endeffekt den schönen bunten Kammzug geschenkt hat, den ich auch noch in meinen Wollkisten habe.

    Wichtig sind Respekt und Achtsamkeit beim Spinnen und das mußte ich in den 4 Jahren , die ich nun spinne, erst lernen.

    Sei lieb gegrüßt
    Juliane

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  2. Spinnnen, ja das will ich lernen. Und weil ich schon viele Techniken gelernt habe, weiss ich, dass es Zeit braucht und ein langer Weg zur Meisterschaft ist. Danke für die Warnung. ;-)Schönes Wochenende. Regula

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  3. Liebe Juliane, du sprichst mir aus dem Herzen, Liebe Regula, nur zu... LG Sabine Wollküre

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