Montag, 21. Oktober 2013

Spinnkurse bei der Handespinngilde

Das Zwirnen ist der Höhepunkt beim Spinnen für mich und gleichzeitig glich es bisher immer einem Blindflug, ungewiss, wie geh es aus, gefällt mir die Drehung...
Auch tauschten wir in der Spinngruppe unsere Fragen aus, teilten Ergebnisse und forschten.

Die entscheidenden Tipps bekam ich beim Zwirnkurs von Barbara Aufenanger beim Handspinngildentreffen; diese wiederum bildet sich weiter in Kursen in Canada.

Die für mich bedeutsamen Schritte und Erkenntnisse:
  • Mit jedem Spulenwechsel wird der Spinnflügel ( das Metallteil, auf dem die Spule liegt) gereinigt und geölt. Dadurch wird der Abrieb entfernt.
  • Der zu zwirnende Faden ist planbar. Dazu werden einige Meter gesponnen und mit sich selbst verzwirnt. An dieser Stelle ist schon zu sehen, ob ich überhaupt solch einen Faden erzielen möchte.Die Zufälligkeit der Fadenbeschaffenheit fällt weg.
  • Habe ich kein Muster erstellt, verzwirne ich die schon vorhandenen Drähte, mache sie nass und ersehe nun die Drehung, die in ihnen wohnt.Auch unterschiedliche Materialien z.B. eine Spule Merino, eine Spule Seide können so auf ihre Drehung überprüft werden.

Mit dem Muster vor Augen kann nun gezwirnt werden:

 Die Fäden müssen parallel liegen.  
Stelle die Spulenhalterung hinter dich auf die Körperseite, die nicht deine vordere Spinnhand hat, der Dreh verteilt sich so noch mal besser.

Greife mit der Nicht-Spinnhand in die Drähte, so dass einer links, der andere rechts neben deinem Mittelfinger liegt, kippe die Hand um 90 Grad in Richtung Lazy Kate, beide Drähte liegen nun auf der Seite des Zeigefingers und können nun mit dem Daumen abgeklemmt werden.

Diese Hand braucht einen Fixpunkt wo sie verharrt, damit die Spinnhand immer die selbe Länge ausziehen kann.
Du zählst nun die Tritte die nötig sind, um dein Muster zu erreichen.
Ablauf:
Drähte parallel halten
die Spulen aus der selben Richtung laufen lassen
immer die selbe Länge ausziehen
mit dem Daumen der Spinnhand den Zwirn zur Nichtspinnhand begleiten

Es muss immer eine scheinbare Überdrehung entstehen, ist der Faden vor dem Einzug ausgewogen , ist zu wenig Drehung im Zwirn. Die Überdrehung verschwindet nach dem Waschen
Für das Haspeln gilt, das Spinnrad möglichst weit weg zu stellen, damit sich die Drehung nochmal gleichmäßiger im Zwirn verteilen kann.
Dies sind meine Erkenntnisse aus dem Kurs, der noch viel mehr thematisierte.

Zu meinem Glück konnte ich auch den Kurs "Durch Dick und Dünn" von Barbara genießen: Hier bekamen wir die wundervolle Anleitung, um bequem jede Fadenstärke zu spinnen.
Die eigene Trittgeschwindigkeit ist stets beizubehalten, sie ermöglicht es, ohne Anstrengung zu spinnen.
Das Spiel mit der Bremse macdht den Faden automatisch dicker oder dünner.
Spinne zunächst ein wenig Faden in einer mittleren Stärke. Wenn du dann die Bremse fester stellst, nimmt der Faden mehr Faser und er wird dicker. Umgekehrt ist es, wenn du die Bremse lockerer Stellst, wird er dünner. Nicht das Spinnrad macht , was es will, sondern du!

Ich bin sehr dankbar, dass wir in der Handspinngilde den Weg der Weiterbildung gehen. Noch unterrichten ja wenige in den Grundlagen. Einig nehmen die Mühe auf sich und schaffen sich fundiertes Wissen, das von vielen Mythen befreit sein wird, an. 
Da entstehen hoffentlich so gute Lehrkräfte wie Barbara, die ihre Kurse wunderbar strukturiert und mit Srcipten  versieht. Denn anlesen konnte ich mir  das Erfahrene nicht. 

So lege ich jeder die Teilnahme an ihren Kursen ans Herz, mein Spinnerleben ist unendlich reicher geworden.

LG Sabine

Kommentare:

  1. Danke für deine schönen Berichte.

    lg
    Claudia

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  2. Danke. Ich finde, du hast das wunderbar auf den Punkt gebracht, was mir in meiner Ausbildung bisher fehlt: Wie schafft frau es, kontrollierte Ergebnisse zu erzeugen?
    Irgendwo habe ich vieles davon gewusst, aber so auf den Punkt bringen hätte ich es nicht können.
    Daher: Danke!
    Liebe Grüße, Ulrike (diespindel)

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